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Kapitel 4: Gesichter unserer Häuser - Wie sie ihr freundliches Antlitz bewahren
Darum geht’s:
Fassadengliederung und -gestaltung, Beispiele für Fenster und Türen, Farben
Die Außenhülle eines Gebäudes kann auch als sein Gesicht betrachtet werden. Sie ist nicht nur schützende Oberfläche, sondern auch gestaltete Ansicht und ermöglicht Blicke nach Innen und Außen. Ein Haus besitzt dabei stets mehrere Gesichter. Die Schauansicht zur Straße sieht oft gänzlich anders aus, als die Seitenansicht zum Hof oder zum Nachbarn. Grundsätze dafür, was seit Jahrhunderten als ästhetisch ansprechend gilt, lassen sich aus der Betrachtung des Bestands ableiten. Hier zeigt sich: Wichtig sind die richtigen Verhältnisse der einzelnen Elemente zueinander, weniger ist meist mehr und kein Gesicht muss gleich aussehen, obwohl die regionale Zuordnung klar erkennbar ist.
Unsere Tipps für Bauherrinnen und Bauherren:
- Die Klassiker der Fassadengliederung – gleichmäßige Fenster- und Türöffnungen, ein ausgewogenes Verhältnis von Öffnungs- und Wandanteilen sowie vertikale und horizontale Achsen - sind immer eine gute Entscheidung, wenn bei der Sanierung oder dem Neubau die Fassade regionaltypisch und lebendig gestaltet werden soll. Hier können Sie sich an den Gliederungselementen der Nachbarfassaden orientieren.
- Achten Sie auf eine harmonische Fensteranordnung. Dafür ist die Beachtung von senkrechten und waagerechten Fensterachsen wesentlich. Verwenden Sie außerdem möglichst wenige verschiedene Fensterformate, die gut aufeinander abgestimmt sind. Ihre Wahl sollte zudem immer auf regionaltypische stehende Fensterformate fallen. Bei Veränderungen im Bestand sind Baukonstruktion und historische Öffnungen grundlegend.
- Beweisen Sie auch bei der Fassadengestaltung Mut zum regionalen Bauen. Bei Bestandsgebäuden heißt das, erhalten Sie das, was das Gesicht Ihres Hauses ausmacht: die Fensterrahmungen aus Naturstein oder Putz, die Schnitzerei am Fachwerk, die Fensterläden oder die Fassadenbegrünung. Orientieren Sie sich auch beim Neubau an bekannten Elementen. Über beispielsweise modern gestaltete Fensterläden setzen Sie Akzente und geben der Fassade das „gewisse Etwas“.
- Fenster und Türen sollten vorzugsweise aus Holz hergestellt werden. In regionaler Expertise handwerklich verbaut, entsteht bei der Herstellung weniger Energieaufwand als bei Kunststoff- oder Aluminiumfenstern. Das Material Holz ist langlebig und verleiht Ihrer Fassade einen hochwertigen Look. Zweiflüglige Fenster mit Fensterteilungen machen optisch am meisten her und sind zudem praktisch beim Lüften und Putzen. Auch bei Neubauten können Fenster- und Türöffnungen durch Rahmungen oder Fensterläden gestalterisch betont werden.
- Bei Wandflächen gilt, egal ob Fachwerk, Naturstein, Putz oder Verkleidung, berücksichtigen Sie eine natürliche Farbgebung und Materialität. Bei Putzfassaden und sonstigen Gestaltungselementen aus Putz sind Glattputze die beste Wahl. Das Farbspektrum sollte sich an den Natursteinen als lokale Fixpunkte orientieren. Gestalten Sie Flächen in dezenten, eher blassen Farben, während Sie an Details und Schmuckelementen mit kräftigeren Farben Akzente setzen und das Gesamtbild abrunden. Die zur Umgebung und den Farben des Ortes passenden Fassadenfarben findet man am besten, indem man auf der Baustelle Farbproben durchführt und die Farben individuell abtönt.
Baukultur
Aw: Kapitel 4: Gesichter unserer Häuser - Wie sie ihr freundliches Antlitz bewahren
Alles was bezüglich der Fenster geschrieben wurde ist richtig, aber in der Praxis nicht zielführend. Nur auf das Material Holz einzugehen ist verständlich - und es wäre immer wünschenswert, wenn es so auch umgesetzt werden würde - aber in der breiten Masse wird nun mal das Kunststofffenster eingebaut. Daher die Anregung einen Textabschnitt zu ergänzen, welcher erklärt, wie ein "gutes" Kunststofffenster ausschauen könnte.