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    Kapitel 3: Holz und Stein - Über Bauweisen und Materialien im Zeitverlauf

    Darum geht’s:

    Regionale und natürliche Materialien, Materialienverzicht, Wiederverwendung, Alterung

    Beim Bau eines Hauses war es bis ins 20. Jahrhundert hinein üblich, nahezu ausschließlich in der Umgebung verfügbare Materialien zu verwenden. Bauern, Handwerker und Bürger verwendeten meist Hölzer, Natursteine, Sand, Lehm, Kalk und Ton aus der näheren Umgebung des Bauplatzes. Aus diesem Grund fügen sich historische Gebäude und die alten Siedlungen so gut in die umgebende Landschaft ein. Durch eine handwerkliche Weiterverarbeitung behielten die Materialien ihren naturnahen Charakter, ihre Oberflächen und Farbigkeit.

    Unsere Tipps für Bauherrinnen und Bauherren:

    • Verwenden Sie so oft wie möglich regionaltypische, traditionelle Baumaterialien wie Naturstein, Lehm, Holz oder rote Tonziegel. Die ersten Ansprechpartner diese zu finden sind Ihre örtlichen Architekturbüros und Handwerksbetriebe. Sie vermeiden so lange, energieintensive Transportwege, unterstützen die heimische Wirtschaft und schaffen ganz selbstverständlich eine optische Einbindung in Landschaft.
    • Weniger ist Mehr! Statt eine große Vielfalt an Materialien zu mixen, verwenden Sie möglichst wenige, dafür aber vorzugsweise natürliche und einfache Materialien mit Charakter. Setzen Sie moderne Materialien dabei stets bedacht und zurückhaltend ein. Achten Sie darauf, dass Ihre Auswahl reparaturfähig ist und planen Sie auch deren Alterung mit ein. Materialien die sich gut pflegen lassen können mit Charakter in Würde altern und sind damit besonders langlebig, was sich im Laufe der Jahre auch finanziell für Sie auszahlt. Wiederverwertbare Materialien sind besser für die Umwelt und verursachen zudem geringere Entsorgungskosten.
    • Der Erhalt von Gebäuden aber auch Baubestandteilen sollte immer das oberste Ziel bei Ihrem Vorhaben sein. Das spart Ressourcen, welche sonst für die Neuproduktion eingesetzt werden müssten und erhält die baukulturellen Werte für die Zukunft. Sie halten das Beste sozusagen bereits in Ihren Händen! Sanieren Sie es, verwenden Sie es wieder oder führen Sie es einem ganz neuen Zweck oder Ort zu.
    • Orientieren Sie sich bei der Entscheidung für eine Bauweise oder ein Material an den Grundlagen unserer Region und den Eigenarten Ihres Bauortes und Bauplatzes. Hier hilft der Blick auf die historischen Vorbildern in der Nachbarschaft bei Neubau oder Sanierung gleichermaßen.
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