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Kapitel 1: Dorf, Haus und Hof - Ortsgrundrisse und Siedlungsstrukturen verstehen
Darum geht’s:
Dorfstrukturen, Haustypen, Stellung von Gebäuden, Hofstrukturen, Raumkanten
Haus und Hof – zwei Begriffe, die in den Dörfern unserer Region einst untrennbar miteinander verwachsen waren. Haus und Hof bildeten zusammen mit der bewirtschafteten landwirtschaftlichen Fläche, der Flur, die Wirtschaftseinheit eines bäuerlichen Familienbetriebs und sicherten dem Bauern und seiner Familie das Überleben. Diese Entwicklungen bilden den Grundriss und das Bild der Dörfer im Landkreis Schweinfurt, wie wir sie heute kennen.
Unsere Tipps für Bauherrinnen und Bauherren:
- Orientieren Sie sich an den Grundsätzen: Sanierung statt Abriss und Umnutzung statt Neubau. Machen Sie sich die Werte von Hofstrukturen und Bestandsgebäuden mit Ihrem ganz besonderen Charme und Wohngefühl bewusst und denken Sie daran: Mit jedem Abriss geht auch ein Stück unserer Geschichte und Heimat unwiederbringlich verloren.
- Ihr Haus steht niemals für sich allein. Passen Sie Ihr Vorhaben daher stets der ortstypischen Gebäudestellung an. Hierfür hilft ein Blick nach rechts und links: Wo und wie stehen die historischen Gebäude der Nachbarn auf dem Grundstück? Dies ist Ihre Orientierung. Beachten Sie zudem typische Abstände und die Regelungen des Baurechts.
- Sie bauen neu? Die Bewahrung von Raumkanten ist ein Muss. Das klappt, indem Sie Ihr Wohngebäude - ob giebel- oder traufständig - in gleichem Abstand wie die Nachbarn zur Straße oder zum Platz ausrichten. Raumkanten werden auch durch den in Franken typischen Hofabschluss mit Mauern, Zäunen und Toren aber auch Bäume und Hecken definiert. Respektieren Sie beim Neubau das natürliche Gelände Ihres Bauplatzes und verzichten Sie auf überdimensionierte Aufschüttungen oder Ausbaggerungen.
- Betrachten Sie Haus und Hof als eine Gesamtheit. Planen Sie auch beim Neubau das Haupthaus an der Straße und die Nebengebäude wie Garagen oder Schuppen eher im rückwärtigen Bereich des Grundstücks. Dort bilden sie die moderne Interpretation von Scheunen.
- Sie wollen Ihren Hof verändern und denken, die alte Scheune wird nicht mehr gebraucht? Überlegen Sie genau: Hier bietet sich vielfältiges Potential zum Heimwerkern, Basteln und Feiern oder als Abenteuerspielplatz für Ihre Kleinen. Auch Auto, Fahrräder und Sonstiges haben hier super Platz. Denken Sie auch daran, dass sich Lebenssituationen stetig verändern. Nebengebäude bieten Platzpotential und der Hof kann entsprechend Ihren Ansprüchen immer wieder angepasst werden.
- Nutzen und gestalten Sie Ihren Hof als Ihr „Wohnzimmer im Freien“! Ein intakter Hofabschluss und ein geschützter Rückzugsbereich bringt Wohnqualität, die sich sowohl bei der Sanierung als auch beim Neubau umsetzen lässt.
Baukultur
Aw: Kapitel 1: Dorf, Haus und Hof - Ortsgrundrisse und Siedlungsstrukturen verstehen
Anregung: Ein weiteres Beispielbild über einen gelungenen Scheunenumbau (auch in einem anderen Kapitel denkbar).